DOKUARTS
Zeughauskino Berlin
10.-27. Oktober 2019

Rudeboy - The Story of Trojan Records

Das legendäre Londoner Plattenlabel Trojan Records war seit den frühen 1960er Jahren Dreh- und Angelpunkt der musikalischen Eroberung Großbritanniens durch die jamaikanischen Musikgenres Ska, Reggae und Rocksteady. Es ist eine heute fast vergessene Geschichte, die Nicolas Jack Davies in seinem aufwendigen Dokumentarfilm erzählt: eine Geschichte der inspirierenden Begegnung von britischer Arbeiterjugend und jamaikanischer Subkultur, des Fallens kultureller und sozialer Barrieren, aber auch des wirtschaftlichen Erfolgs karibischer Einwanderer. Davies kombiniert umfangreiches Archivmaterial mit ebenso kurzweiligen wie informativen Interviews, die er mit den Akteuren dieser subkulturellen Revolution geführt hat. Sein Wagnis, die euphorische Atmosphäre und das weltoffene Lebensgefühl jener Jahre nachzustellen, unterstützt die augen- und ohrenöffnende Qualität des Films. Reggae ist darin der Soundtrack einer sich transformierenden Gesellschaft, ohne die weder Hip-Hop noch die heutige Clubkultur denkbar wären.

(sth)

Nicolas Jack Davies

Nicolas Jack Davies erhielt 2014 für The Road to Red Rocks bei den Grammy Awards eine No-minierung für den Besten Musikfilm. Im selben Jahr führte er Regie und filmte seinen ersten langen Dokumentarfilm für Channel 4 Television - die von der Kritik gelobte Arbeit „Payday“ (Shortlist Grierson Award). 2017 entwickelte Davies die preisgekrönte US-Serien-Adaption von „Payday“ für Viceland. Danach wandte er sich wieder dem Musikfilm zu und führte Regie bei der Serie „Rock and Roll“ auf Sky Arts. Gleichzeitig begann er sein erstes Solo-Dokumentarfilmprojekt „Rudeboy“ über das legendäre Londoner Plattenlabel Trojan Records, das Dreh- und Angelpunkt der Eroberung Großbritanniens durch die jamaikanische Musik in den 1960er Jahren war.